UNSER ZUCHTZIEL

Ziel unserer Zucht ist es, den Deerhound so zu erhalten, wie er ursprünglich war: Sanft und doch rau. Leicht zu erziehen, seinem Menschen zugetan (will to please), aber trotzdem ein Freigeist und niemals unterwürfig.  In sich ruhend im Haus, draußen jedoch aufmerksam und fähig, das zu tun, was seit Jahrhunderten von ihm erwartet wurde. Nur dann zeigt uns der Deerhound den Ausdruck, ist er von der Aura umgeben, die wir auf den Stichen alter Meister sehen.

 

“You can take the hound out of Scotland – but you can’t take Scotland out of the hound.“

 

Schon seit einigen Jahren vermissen wir genau diesen Ausdruck bei vielen der auf den Shows vorgestellten Deerhounds. Es fällt schwer, uns diese Hunde, die sich unsicher und mit freudlosen Augen im Ring zeigen, stolz und überschwänglich jagend im schottischen Hochland vorzustellen.

Daher haben wir mit unseren letzten Würfen ganz bewusst auf Linien zurückgegriffen, die nachweislich noch zur Arbeit gebraucht wurden. Mit den Nachkommen erhoffen wir uns sportliche Hunde, die mit uns bis in das hohe Alter hinein voller Elan und Lebensfreude durch den Alltag gehen.

Natürlich beinhaltet die Haltung solch eines Hundes einiges an Initiative. Es ist nicht mit dem normalen Gassigehen getan, sondern man sollte Spaß an der Bewegung in all ihrer Form haben. Dazu sind Hundefreundschaften nicht zu vernachlässigen; möglichst in Form von Hunden, die wie unser Deerhound Freude am Wettrennen und Sich-gegenseitig-jagen haben. Auch am Fahrrad oder Pferd ist der Deerhound ein freudiger Begleiter.

 

Andere Möglichkeiten sind selbstverständlich die Coursing- und Rennveranstaltungen des DWZRV. Viele Deerhounds haben durchaus auch Spaß an Agility, Obedience oder Fährtenarbeit (wobei man in diesen Sparten sicher nicht zuviel sportlich Ehrgeiz an den Tag legen sollte). Nichts langweilt einen Deerhound mehr, als jeden Tag das Gleiche zu tun. 

 

Ich möchte hier auch ein Vorurteil ausräumen, mit dem behauptet wird, Deerhounds, die zu Rennen/Coursings gehen, könnte man nie wieder frei laufen lassen. Sie wären nicht mehr zu händeln. Dazu kann ich nur sagen, alle unsere Hunde laufen frei. Natürlich muss man die Umgegend genau im Auge behalten. Aber keiner unserer Hunde würde einfach seine eigenen Wege gehen.

 Wenn man sich für einen Jagdhund, und nichts anderes ist der Deerhound, entscheidet, muß einem klar sein, dass man solch einen Hund geistig und körperlich auslasten muß. Die Rennveranstaltungen des DWZRV geben unseren Hunden die Möglichkeit, ihre Instinkte ausleben zu können. Aus Sicht des Hundes ist es ja nicht nur eine Spaßveranstaltung, nein, sie gehen mit ihrem Besitzer auf die Jagd. Das ist es, wofür sie seit Jahrhunderten gezüchtet wurden und was immer noch in ihnen steckt. Und sie sind schlau! Sie wissen sehr genau, wo "es" erlaubt ist und wo nicht. Gerade unsere verrücktesten Renner weichen mir im täglichen Spaziergang kaum von der Seite.

 

Um seinen wachen Geist zu behalten und bis ins Alter hinein fit und gesund zu bleiben, fordert der Deerhound somit einigen Einsatz von seinen Menschen.

Aber eines können wir mit Sicherheit sagen: Es lohnt sich!

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© Joachim Johannsen