Jahresausstellung und Landessiegercoursing Trautskirchen

Dieses Wochenende ging erst einmal mit einer Panne los. Nach ca. 20 Min. Fahrt fing es am rechten Hinterrad unseres Busses an zu qualmen. Gottseidank waren wir noch nicht ganz so weit und konnten also direkt zurück in unsere Werkstatt, wo vor einer Woche neuen Bremsen eingebaut worden waren. Der Wohnwagen wurde abgehängt, die Hunde freuten sich über einen Extraspaziergang und nach ca. 1 Stunde ging es dann endgültig los.

In Trautskirchen angekommen, hatten uns Gerd und Ursel Zekert schon einen schönen Platz freigehalten, wie immer war schnell alles aufgebaut und der erste Kaffee gekocht. Abends kamen dann noch Eva und Bärbel, Maybritt, Lars, Claudia und Esther  zu einem gemütlichen Umtrunk vorbei. Jeder brachte etwas mit und bald quoll unser kleiner Campingtisch über mit Leckerein und allerlei Alkoholischem. 

Am Samstag war erstmal die Ausstellung angesagt. Zuerst waren unsere Babies dran. Wenn man bedenkt, dass wir (im Gegensatz zu den "Profis") keinerlei Ringtraining gemacht hatten, zeigten sich Labhrainn, Luighseach und LuckPenny sehr gut und sicher.  Danach ging es mit den Rüden weiter, bis gegen Mittag FranFine als erstes in den Ring musste. Sie startete in der Siegerklasse, die mit 10 Hündinnen sehr gut besetzt war. Allerdings war es ihr eindeutig zu heiß und so machte sie nicht so gut mit, wie ich es von ihr gewohnt war. Trotzdem war sie dem Richter Brian Doak aus Nordirland ein Vorzüglich wert. Und da sie mit ihren fast acht Jahren mit Abstand die Älteste im Ring war, konnte ich da sehr zufrieden mit sein.

In der Gebrauchshundeklasse war Iolana gemeldet. Sie hatte leider nur eine Konkurrentin. Mit V1 stand sie vorne und musste somit gegen den Sieger bei den Rüden, Cunamara's Miles von Eva, stechen. Brian Doak entschied sich für Iolana, die nun Bester Gebrauchshund war. 

In der Offenen Klasse waren 9 Hündinnen gemeldet, von den Islay's waren Jodee-Faye, Ingwer und Jillaroo dabei.  Die Freude war groß, als Ingwer auf Platz 1 und Jill auf Platz 2 standen. Jodee wurde mit einem Vorzüglich bedacht und an Platz 4 stand Margodeer Eternity, eine Gilroy-Tochter und 1/2 Islay's. 

Nachdem unsere Hunde gerichtet worden waren, warteten wir nicht mehr das Ende der Ausstellung ab, denn es war mittlerweile so heiß geworden, dass wir den Graunasen einen Spaziergang an ein nahegelegenes Bächlein und danach ein schattiges Plätzchen an unserem Wohnwagen gönnen wollten.

Abends wurde dann beim Jugdedinner geschlemmt und geklönt. Und natürlich wurde es mal wieder sehr spät, bis wir in unsere Kojen fielen.

Sonntag mussten wir sehr früh aufstehen. Die Deerhounds sollten beim Landessiegercoursing um 8.00 Uhr als erste starten, vorher mussten wir noch zur Tierarztkontrolle, die alle ohne Beanstandung passierten.

Wenn man bedenkt, dass auf der Ausstellung 68 Hunde gemeldet waren, waren die 13 Hündinnen und 3 Rüden, die im Coursing antraten doch eine traurig geringe Zahl. Ich finde es schade, dass der Großteil der Züchter und Halter keinerlei Interesse an einer sportlichen Betätigung ihrer Hunde hat. Das tut der Rasse einfach nicht gut. Schon Kenneth Cassels, Züchter aus England und jahrzehntelang Präsident des Deerhoundclubs, schrieb: "Natürlich kann der Deerhound geshowt werden, aber er sollte nicht NUR geshowt werden".

 

Im ersten Lauf trat FranFine an. Leider liess der Hasenzieher sie gleich auf die erste Rolle auflaufen, und ich sah schon an ihrer plötzlichen Wendung, dass sie sich etwas verrenkt hatte. Sie lief den Kurs zuende, kürzte aber sehr ab und bekam dadurch natürlich auch wenig Punkte. Für den zweiten Lauf zog ich sie zurück, und um es vorweg zu nehmen, es war nichts Schlimmes, schon am nächsten Tag ging es ihr wieder gut.

 

Die übrigen Islay's zeigten hervorragende Leistungen und wir waren schon recht stolz, als wir mit unseren Hunden abends auf dem Treppchen standen. Iolana bekam auch noch den Preis für "Schönheit+Leistung" und wurde Landescoursingsieger Nordbayern. (Die gesamten Ergebnisse können auf der DWZRV-Seite nachgelesen werden)

 

Trotzdem war die Freude nicht ganz ungetrübt, denn aufgrund des durch die extreme Trockenheit sehr harten Bodens war es zu vielen Verletzungen gekommen. Auch einige unserer Hunde hatte es getroffen. Holly hatte sich etwas eingetreten, Iolana, Jodee und Ingwer hatten sich die Lederhaut an den Ballen abrasiert.  Keine übermäßig schlimmen Verletzungen, aber man sollte sich doch überlegen, unter welchen Bedingungen ein Coursing gezogen werden kann. 

 

In letzter Zeit ist immer mehr von der großen Hitze die Rede. Ich persönlich bin aber der Meinung, dass gut trainierte gesunde Hunde die kurzfristige Leistung, die auf einem Coursing abgefragt wird, auch bei größerer Hitze gut überstehen. Auch hat man ja immer die Möglichkeit, für Kühlung zu sorgen.

Ein viel größeres Problem stellt aber das Geläuf dar. Hierauf sollte ein größerer Augenmerk gelegt werden. Wenn ich bedenke, mit wieviel Kosten und Aufwand eine Rennbahn angelegt wird, wieviel Mal dort während einer Veranstaltung der Boden geglättet wird, so frage ich mich, warum die Bedingungen bei einem Coursing, wo die Belastung der Hunde deutlich höher ist, so irrelevant zu sein scheinen. 

 

Nichtsdestotrotz war es ein schönes Wochenende, bei dem wir wieder viele Freunde getroffen und lange Diskussionen um unser Lieblingsthema geführt haben.

 

Ein großes Dankeschön auch an Christine Rackl für die schönen Fotos von der Ausstellung.

 

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© Joachim Johannsen