Coursing-Europameisterschaft Helsinki, 02.-09. Juni

Dieses Mal hatten wir eine richtig weite Tour vor uns. Am Dienstag mittag trafen Silke und Claudia mit Grace, Hailey und Jodee-Faye in Brockensen ein. Nach dem üblichen wilden Durcheinander waren der Wohnwagen und das Auto gepackt, die Hunde verstaut und mit nur einer knappen Stunde Verspätung starteten wir in Richtung Finnland.

 

Als erstes Etappenziel hatten wir uns Nyborg in Dänemark vorgenommen. Nach 6,5 Stunden trafen wir dort auf unserem Rastplatz gegen 20.30 Uhr ein. Das Wetter verursachte uns nicht gerade Urlaubsstimmung. Es stürmte und regnete, dass wir innerhalb kürzester Zeit durchnässt waren. Trotzdem liessen wir uns es nicht nehmen, mit den Hunden eine schöne Strandrunde zu drehen. Und unsere Schotten interessierte der Regen schon gar nicht. 

 

Nach einer etwas unruhigen Nacht traf am nächsten Morgen pünktlich um 7.30 Uhr auch Esther aus der Schweiz ein. Nun ging es weiter Richtung Stockholm, wo um 19.00 unsere Fähre auf uns wartete. Die Fahrt verlief reibungslos. Allerdings gerieten wir in Stockholm doch etwas unter Zeitdruck, da die ganze Stadt ein einziger Stau war. Als wir endlich am Fähranleger ankamen, stellte sich heraus, dass der Auto-Check-In an anderer Stelle war. Nun brach langsam Panik aus, da die Zeit knapp wurde. Und es ist beileibe nicht einfach, mit einem Wohnwagen von ca. 8 Meter Länge kreuz und quer und zurück durch Stockholm zu kurven. Aber nach wilder Jagd rund um den Fährhafen, unter Missachtung aller Verkehrsregeln, kamen wir doch noch pünktlich an und auf die Fähre. Alle waren um mindesten 10 Jahre gealtert!

 

Nachdem wir unser Zimmer in Beschlag genommen hatten, ging es mit einer Flasche Hugo raus an die Reling. Das hatten wir uns redlich verdient!

 

Die Nacht verlief ruhig (wenn man von Claudias Schnarchen mal absieht) und am Morgen um 6.15 Uhr Ortszeit liefen wir in Turku ein. Schnell waren wir von der Fähre und auf dem nächsten Parkplatz wurden erst einmal die Hunde gelüftet. Alles war in Ordnung, sie schienen die ganze Zeit einfach nur verdöst zu haben. Nach knapp 2 Stunden Fahrt trafen wir dann auf dem Rennplatz ein, wo uns Sabine mit ihren Eltern schon einen Platz freigehalten hatten, damit wir unsere Wagenburg aufbauen konnten. Jock und KurtCobain waren glücklich über den Damenbesuch, es gab allerorten ein lautes Hallo, und nach zügigem Aufbau genossen wir dann endlich unser Frühstück und einen heissen Kaffee.

 

Den Donnerstag vertrieben wir uns mit Spaziergängen in der näheren Umgebung, die Parcours wurden in Augenschein genommen und es wurde wieder einmal recht spät, ehe wir in unsere Kojen fielen.

 

Am Freitag stand nachmittags nur die Tierarztkontrolle an. Der Rest des Tages wurde vergammelt, gelesen, mit Gott und der Welt gequatscht, mit den Hunden Fahrrad gefahren. Und natürlich wurde es wieder spät!!! Denn es schien hier niemals dunkel zu werden.

 

Samstag gegen Mittag ging es dann für die Deerhounds in den ersten Lauf. Der Parcours war ideal für unsere Graunasen gesteckt. Sehr lang, mit leichten Erhebungen, und vielen schönen langen Geraden, wo sie so richtig ihre Schnelligkeit ausleben konnten. Doch sie mussten auch aufpassen, Wendigkeit und Ausdauer beweisen. Alle Islay's haben das mit Bravour getan, Hollyhock bekam sogar StandingOvations.

 

Danach war erst einmal Relaxen angesagt. Bis zum zweiten Durchgang hatten wir noch sehr viel Zeit, und ich muss sagen, wir haben diese Ruhe "zwischen" dem Sturm genossen.

 

Der zweite Parcours, auf dem die Deerhounds abends um 20.30 Uhr antreten mussten, war etwas kürzer als der erste, dafür sehr viel technischer.  Wir waren gespannt, wie unsere Heißsporne das wohl lösen würden. Sie enttäuschten uns nicht! Wir waren begeistert von unseren Hunden und alle Beteiligten sahen einfach nur glücklich aus. Nur Havoc hatte sich in der Startphase anscheinend eine Zerrung zugezogen und lief fast auf drei Beinen weiter. Da der Hasenzieher nicht reagierte und den Hasen liegen liess, rannte ich in den Kurs, als die Hunde auf uns zu kamen. Ich rief energisch nach Havoc und war wirklich stolz, dass er stehen blieb, kurz überlegte, dem anderen Hund nachschaute, dann aber zu mir kam. Nicht auszudenken, was noch hätte passieren können, wenn er weiter gelaufen wäre. (Mittlerweile geht es ihm wieder gut. Er ist wieder ganz der Alte.)

 

Zur Siegerehrung ging es erst ab 22.00 Uhr, gefühlte 20.00 Uhr, da es fast noch taghell war. Es wurde sehr emotional, denn Hollyhock gewann zum dritten Mal den Titel, während sich Hyra, deren Welpen gerade erst 13 Wochen alt waren, den Vize-Titel sicherte. Dusk von Evi landete auf Platz Drei, vierte wurde Iolana vor Jillaroo, auf Platz Acht lag Jodee, Hailey belegte den zehnten Platz. Iorwen, die bei Lieve Andries in Belgien lebt, hat immer so ihre eigene Vorstellung von einem Rennen. Trotzdem konnte sie sich noch an zwölfter Stelle platzieren. 

Bei den Rüden ergatterte Jock den Titel, KurtCobain wurde Vizemeister. Meshach von Esther lag im Endergebnis auf dem fünften Platz.

 

Nach der Platzierung fiel nun auch die letzte Anspannung von uns ab und es wurde ausgelassen bis tief in die Nacht gefeiert.  

 

Am Sonntag morgen liessen wir es ganz gemütlich angehen. Nach einem ausgiebigen Frühstück, einem langen Spaziergang mit den Hunden und noch etwas Geklöne hier und dort, packten wir am Nachmittag unsere sieben Sachen und starteten um 16.00 Uhr Richtung Turku, wo wir pünklich um 20.15 Uhr auf die Fähre fuhren. Wieder einmal kreiste auf dem Sonnendeck der Hugo, danach ging Silke in die Koje, Claudia und ich genossen noch den Sonnenuntergang. Was hatten wir es doch gut!

 

Die Rückfahrt, mit einem Zwischenstopp in Dänemark bei Jeanette Clausen, verlief ruhig. Wir waren alle erledigt und ziemlich froh, als wir am Dienstag gegen 17.30 Uhr wieder heil in Brockensen eintrafen. 

 

Die Fahrt war schon recht anstrengend, aber insgesamt gesehen hat es sich doch gelohnt. Finnland war eine Reise wert.

 

 

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© Joachim Johannsen