Coursing-Europameisterschaft in Estland, 18.-23. Juni

Lange hatten wir überlegt, ob wir uns die 1700 km nach Jöulumäe in Estland wirklich antun wollten. Alle Möglichkeiten wurden durchkalkuliert. Letzendlich war dann die Begeisterung für die Europameisterschaft doch groß genug und wir entschlossen uns, nur mit den nominierten Hunden zu fahren. So hatten wir Platz genug, im Bus zu schlafen und konnten den Wohnwagen zuhause lassen.

Am Dienstag gegen 12.00 Uhr lud ich Silke und Meabhdh in Ilten ein und das Abenteuer in den tiefen Osten Europas ging los. Ausser Meabhdh waren noch LuckPenny, Jillaroo, Muirne, Kismet und Labhrainn dabei. Wir hatten uns eigentlich vorgenommen, in der Nacht irgendwo ein paar Stündchen zu schlafen. Aber die Straßen waren frei und wir kamen gut voran. Bei jedem Tankstopp tranken wir einen Kaffee, gingen mit den Hunden und danach waren wir wieder so munter, dass wir Polen, Litauen und Lettland in eins durchquerten. Am Mittwoch morgen waren wir gegen 7.30 in Estland, ca. 70 km vor unserem Zielort. Hier fanden wir einen Parkplatz direkt an der Ostsee und gönnten uns und den Hunden einen langen Spaziergang am Strand. Um 9.30 trafen wir dann als erste Deutsche am Veranstaltungsort ein, wo schon einige Schweden, Belgier und Holländer warteten. Es dauerte nicht lange und wir wurden zu unserem Standplatz geleitet. Schnell war alles aufgebaut, eine Runde mit den Hunden durch das herrliche Gelände gedreht, dann machten wir es uns gemütlich und warteten auf unsere Teamkollegen. 

Mittwoch, Donnerstag und Freitag standen ganz im Zeichen des Relaxens und Klönens mit guten Freunden vieler Nationalitäten. Wir liessen es uns so richtig gut gehen. Freitag nachmittag war die Tierarztkontrolle die erste Hürde. Alle Hunde bestanden sie ohne Probleme. Am Samstag morgen gingen dann gegen 9.00 Uhr die Deerhounds an den Start. Leider waren im Gegensatz zu den vergangenen Jahren nur 12 Hündinnen und 6 Rüden gemeldet. Aber wie heißt es so schön: Qualität vor Quantität.

Alle Hunde zeigten auf den weitläufigen Kursen sehr gute Leistungen. Leider verletzten sich Jock und KurtCobain von Sabine leicht, so daß sie im 2. Lauf nicht mehr an den Start gehen konnten. Nun musste Labhrainn als einziger deutscher Rüde die Fahnen hoch halten.

Am Ende des Tages war die Sensation dann perfekt. LuckPenny konnte zum dritten Mal infolge den Titel ergattern. Luighseach von Claudia wurde Vize-Meister, Andrea's Maiden (Tschechien) stand auf Platz 3, Bebhinn (eine Havoc-Tochter und Gilroy-Enkelin) kam auf Platz 4, Muirne und Meabhdh wurden 5. und 6. Somit standen fünf deutsche Hunde auf dem Treppchen. Bei den Rüden erlief sich Labhrainn den dritten Platz, Europameister wurde Fiddich, ein Sohn unseres Irbhinns. Auch Fiddich konnte den begehrten Titel zum zweiten Mal nach 2018 erringen.

Nach der Siegerehrung wurde natürlich bis tief in die Nacht gefeiert. 

Am Sonntag morgen liessen wir uns Zeit, schliesslich würden wir ja sowieso wieder die Nacht durchfahren. Also gingen wir noch einmal ausgiebig spazieren und bis wir alles abgebaut und verstaut hatten, war es schon 14.00 Uhr. Die Rückfahrt verlief genauso reibungslos wie die Hinfahrt; allerdings fielen mir kurz vor der deutsch-polnischen Grenze dann doch die Augen langsam zu und Silke übernahm das Steuer. Montag mittag trudelten wir dann um 12.00 Uhr zuhause ein, zwar totmüde aber glücklich. 

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© Joachim Johannsen