FCI Coursing-Weltmeisterschaft Finnland, 24.-31. Mai

Seitdem Termin und Ort für die diesjährige Weltmeisterschaft feststand, waren wir am Überlegen, ob wir diese Tour auf uns nehmen wollten. Unser erster Gedanke war: "Da hätten sie es ja gleich am Nordkap machen können". Denn bis Kalajoki, im Norden Finnlands, waren es schliesslich 2400 km zu fahren. Aber ein bisschen verrückt ist ja langweilig, und so meldeten wir unsere Hunde buchstäblich in letzter Minute. 

Am Dienstag, den 24. Mai, ging es los. Ich holte Silke und ihre drei Hunde in Hannover ab, gemeinsam fuhren wir zu Claudia in der Nähe von Hamburg. Claudi hatte einen Grillabend vorbereitet. Aber zuerst wurde mit einer logistischen Meisterleistung der Bus voll gepackt; mit allem, was drei Personen und acht Hunde für knapp eine Woche im hohen Norden brauchen. Danach schlugen wir uns die Bäuche voll und debattierten bis spät in die Nacht. Zum Schlafen kuschelten Silke und ich uns mit unseren 7 Hunden aufs Wohnzimmersofa. 

Am nächsten Morgen starteten wir um 9.00 Uhr durch. Die Route führte uns durch Dänemark, über die Öresundbrücke nach Schweden, die Ostküste hoch bis Umea. Dort war für Donnerstag um 11.00 Uhr die Fähre nach Vaasa in Finnland gebucht. Wir kamen besser durch als gedacht, die Hunde schliefen fast die ganze Fahrt über, und so erreichten wir den Fähranleger um 6.00 Uhr. Die Zeit bis zum Einchecken nutzten wir für einen fast komatösen Schlaf, danach einen kurzen Spaziergang mit den Hunden, und um 10.00 Uhr ging es dann ab auf die Fähre.

Nach knapp 4 Stunden auf See erreichten wir Vaasa. Dort fielen wir in den nächsten McDonald's ein, nach dieser langen Tour ein absolutes Muss. Satt und zufrieden ging es dann weiter und nach 2 Std. kamen wir in Kalajoki an. Auf dem gebuchten Campingplatz war alles wunderbar organisiert; schnell hatten wir den uns zugewiesenen Stellplatz gefunden und alles aufgebaut. Obwohl sich die Temperaturen im einstelligen Bereich befanden, wollte Claudia in ihrem Zelt übernachten, mit Luighseach als Wärmflasche.

Der erste Weg führte uns an den Strand.  Ein fantastischer Sonnenuntergang und taghell die ganze Nacht. Mensch und Hund glücklich, Urlaubsfeeling pur!

Der Freitag stand ganz im Zeichen des Relaxens, einziger Pflichttermin war die Tierarztkontrolle am Nachmittag. Danach fing es an zu regnen, es war windig und die Temperatur sank auf 5 Grad. Nicht die besten Bedingungen, um gemütlich vorm Bus zu sitzen. Aber Gottseidank waren wir auf einem sehr gepflegten Campingplatz, der sogar voll eingerichtete Küchenbereiche, beheizt, anbot.  So zogen wir für den Abend mit unserem Essen in eines dieser Abteile und wärmten uns anständig auf. In der Nacht liess der Regen  nach und der Samstag Morgen empfing uns mit Sonnenschein.

Pünktlich um 9.00 Uhr gingen die Deerhounds an den Start. Beide Kurse, der 1. am Morgen und der 2. mittags um 14.00 Uhr, waren sehr anspruchsvoll. Die gesamte Strecke ging durch tiefen Sand und einen Teil der Dünen. Im Vorfeld hatten wir uns Gedanken gemacht, ob unsere Hunde auch wirklich fit genug dafür wären. Schliesslich sind sie es nicht gewohnt, über Sand zu jagen. Aber diese Sorgen waren unnötig. Alle Hunde machten ihren Job hervorragend, es war eine Freude, ihnen zuzusehen. Leider verletzte sich Luighseach im ersten Lauf leicht.

Am Ende des Tages hatte Oonagh es geschafft, sich den Weltmeistertitel zu sichern. Quinn erlief sich den dritten Platz. Und zu meiner großen Freude schaffte es LuckPenny, mit fast 7,5 Jahren schon zu den Senioren zählend, mit Platz 6 auch aufs Treppchen. Platz 2 und 5 belegten die zwei A-Hündinnen von Andrea Jahelkova Svamberkova aus Tschechien, deren Mutter Islay's Maiden ist.  Quickstep und Peekaboo erliefen sich den 7. und 9. Platz. Ich konnte wirklich sehr zufrieden und stolz auf unsere Hunde sein.

Den Abend verbrachten wir feiernd in "unserer" Küche. Und um 23.00 Uhr ging es nochmal bei herrlichstem Wetter mit den Hunden an den Strand.  Ein wunderbarer Tag ging zuende.

Am Sonntag morgen halfen wir noch etwas bei den Greyhounds aus, warmlaufen, starten, dann bauten wir unser Lager ab. Um 16.00 Uhr ging es wieder auf die Straße, die Fähre nach Umea startete um 20.00 Uhr. In Schweden angekommen ging es in einem Rutsch, nur unterbrochen durch Tankpausen und kurze Spaziergänge mit den Hunden, zurück Richtung Heimat, wo wir nach 27 Stunden Fahrt um 19.00 Uhr wieder in Claudias Zuhause ankamen. Dieses Mal ohne Grillen, dafür McDonald's die Zweite. Aber wie schon vor einer Woche mit Cafe Latte und langen Debatten bis tief in die Nacht. Nachdem ich Silke abgesetzt hatte, erreichte ich unser Zuhause am nächten Tag gegen Mittag. Ziemlich erledigt, aber glücklich. 

Und nach der WM ist vor der EM. Nächstes Jahr, im Süden Schwedens, ist schon in der Planung. 

 

 

 

 

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© Joachim Johannsen