Coursing-Europameisterschaft auf der Halbinsel Pouch

22. - 23. Juli 2013

In diesem Jahr hatten wir das große Los gezogen. Die EM fand in Deutschland in der Nähe Greppins auf der Halbinsel Pouch statt; somit hatten wir das Spektakel quasi vor der Haustür.  Donnerstag Mittag starteten Diana und ich mit unseren Wohnwagen im Konvoi, mit von der Partie war mein Bruder Torsten. Bei Temperaturen von 34 Grad und ohne Klimaanlage fuhren wir die ganze Tour mit herunter gedrehten Fenstern. Als wir um 18.30 vor Ort an kamen war es immer noch gnadenlos heiß. Alles war gut ausgeschildert, schnell hatten wir unseren Idealplatz gefunden und als erstes ging es mit den Hunden an den See. Welch eine Erholung für Mensch und Tier!

Wir waren komplett in Urlaubsstimmung. Und so ließen wir uns mit dem Aufbau unserer Wagenburg noch Zeit, holten erst einmal nur ein paar Stühle und Getränke heraus und machten es uns gemütlich, um das Wochenende stilgerecht einzuleiten. Nun hatten wir aber nicht mit den Launen des Wettergottes gerechnet. Wir saßen noch keine halbe Stunde, da zog von Osten her eine schwarze Wand auf uns zu, die einem Angst und Bange machen konnte. Wie aus dem Nichts heraus fing es plötzlich an zu stürmen, kurze Zeit später ging ein Hagelunwetter los, das es in sich hatte. Wir schafften es gerade noch, die Hunde und uns in den Wohnwagen zu retten. Obwohl erst 20.00 Uhr, war es jetzt stockdunkel und durch den Hagel so laut, dass wir trotz Schreien kaum ein Wort verstehen konnten. Der Wohnwagen schwankte bedenklich hin und her, rechts flogen Dixitoiletten an uns vorbei, links Pavillons und Vorzelte. Abenteuer pur!

Genauso schnell, wie das Unwetter gekommen war, war es nach einer gefühlten Ewigkeit auch wieder vorbei. Dafür hatten wir jetzt einen eigenen See direkt vor dem Wohnwagen und Diana bereute es, keine Schwimmreifen und Quietscheentchen mitgenommen zu haben. Das hätte bestimmt ein nettes Foto gegeben.

Freitag war nur Relaxen, am Nachmittag die Tierarztkontrolle und Ankunft des restlichen Trupps und „Fanclubs“ angesagt. Wir genossen den Tag mit Spaziergängen am See, besichtigen der Parcours und faulenzen. Abends ging es dann zur Eröffnungsfeier mit dem Einmarsch der teilnehmenden Nationen. Es war schon ein bewegendes Erlebnis, die Spannung auf die kommenden Tage war deutlich zu spüren.

Samstag morgen gingen die Deerhounds für den ersten Lauf auf einen Kurs, für den der Landstuhler Rennverein verantwortlich war. 15 Hündinnen und 14 Rüden gingen an den Start. Bei den Mädels vertraten Glenda Grace, Hailey, Hyra, Hollyhock, Fran Fine und Cailleach (Uisce) die Farben unseres Zwingers; bei den Jungs hielten Havoc und Gilroy unsere Fahnen hoch. Die Landstuhler hatten aus dem zur Verfügung stehenden Gelände das Maximum heraus geholt. Es war nicht unbedingt eine sehr anspruchsvolle Strecke, trotzdem gab es einige Stellen, an den die Hunde aufpassen mussten. Und obwohl die maximale Meterzahl nicht erreicht wurde, sah man auch hier schon einige Hunde, die konditionell nicht bis zum Schluss mithalten konnten.

Am frühen Nachmittag ging es gut erholt zum zweiten Durchlauf. Dem Hooper Verein war ein deutlich größeres und interessanteres Gelände zugeteilt worden, auf dem ein Kurs kreiert wurde, der den Hunden höchste Konzentration, Mitdenken, Reaktionsschnelligkeit und Durchhaltevermögen abverlangte. Auch hier konnten einige Deerhounds ihre Anfangsgeschwindigkeit nicht bis zum Ende durchhalten. Aber insgesamt sahen wir tolle engagierte Läufe und mit Sicherheit hatten alle Beteiligten einen Heidenspaß. Die angetretenen Islay’s-Deers waren auf den Punkt in Topform und erfüllten allesamt die Erwartungen, die wir in sie gesetzt hatten. Natürlich hatten wir gewusst, dass sie durchaus Chancen auf vordere Plätze hatten, aber nichtsdestotrotz ist die Konkurrenz groß und es müssen wirklich alle Faktoren zusammen passen.

Bei der Siegerehrung konnten wir es dann einfach nicht fassen. Wir hatten den Erfolg aus Ungarn 2012 wiederholen können. Es war einfach fantastisch! Bei den Rüden ergatterte Havoc den Meistertitel, Gilroy belegte den fünften Platz. Bei den Hündinnen durfte sich Hollyhock zum zweiten Mal in Folge Europameisterin nennen; Fran Fine wurde zum zweiten Mal in Folge Vizemeisterin, Hyra platzierte sich an vierter Stelle, Uisce an fünfter und Hailey wurde glorreiche Sechste. (Die gesamten Ergebnisse können auf der DWZRV-Seite nachgelesen werden.)

Abends saßen wir noch lange zusammen, feierten unseren Erfolg und ließen die Ereignisse Revue passieren. Man kann gar nicht beschreiben, wie man sich nach solch einem Tag fühlt, umgeben von zufriedenen Hunden und guten Freunden, die mit einem feiern.

Die EM war einmal mehr DAS Highlight und ich möchte mich bei Babsi (mit Heather und ihrer Wolfsbande), Claudia (mit Jodee-Faye), Diana (mit Gilroy), Silke (mit Glenda Grace und Hailey), Steffi und Max (mit Jackeroo), Tina (mit Janitor) und meinem Bruder Torsten für ihre Hilfe bedanken. Sie haben dieses Wochenende zu einem unvergesslichen Ereignis gemacht!

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© Joachim Johannsen