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An einem Tag im
Herbst 2007, genauer gesagt am 05. Oktober, erblickte ich mit meinen
Geschwisterchen das Licht der Welt. Okay, okay, das mit dem Licht hat noch
etwas gedauert, das war aber auch eher metaphorisch gemeint… Anfangs war
alles so, wie es sein musste. Unser Leben bestand aus zwei Konstanten:
Trinken und Kuscheln. Herrlich! Mama kümmerte sich hervorragend um uns,
schleckte uns ab und wärmte uns. Bei drei Welpen gab es natürlich kaum
Streit um die beste Futterquelle. Es war ein Paradies auf Erden.
Mit der Zeit wurden
wir immer größer… wir konnten irgendwann sehen und fingen an, durch die
Gegend zu kriechen. Frauchen fiel schon früh auf, dass ich mich anders
bewegte als Faye und Franny. Mir war es egal. Ich kam ohne Probleme von A
nach B. Und wie toll war das, die Umwelt plötzlich auch mit den Augen in
sich aufzunehmen? |
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Wir wuchsen und
wuchsen, wurden vom vielen Milchtrinken dicker und dicker und Frauchen
sorgte sich immer mehr um mich. Ich schlief immer in ein und derselben
Position und begann nicht, so wie meine Schwestern, richtig zu laufen. Das
Schlafen entwickelte sich zum Problem, da sich mein Brustkorb anfing zu
verformen – aber es war doch so bequem! Frauchen und alle anderen, die immer
zum Kuscheln vorbei kamen, fingen also an, mich immer umzubetten. Fortan
durfte ich mich nicht nur an Faye und Fran kuscheln, sondern auch an ein
Körnerkissen. Ich lag also wieder auf der Seite und alles wurde wieder gut. |
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Gehen lernte ich trotzdem nie richtig.
Statt eine Pfote vor die andere zu setzen, hoppelte ich lieber. Meinen
Schwanz sah ich als Ballast an. Aber das kann ja einen Deerhound nicht
erschüttern! Ebenso wenig wie die Tatsache, dass… na ja, ich dem Ruf der
Natur nicht so folgen kann wie es sonst alle machen… ihr wisst schon! Mit
der zunehmenden Größe fiel zwar meine Behinderung immer mehr auf aber mal
ganz ehrlich: ist das so schlimm? Manche Leute gucken mich komisch an aber
da stehe ich drüber. Nicht umsonst trage ich den Spitznamen Sonnenschein! |
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Außerdem gab
Frauchen nie auf, neue Methoden zu probieren, um mir das Gehen doch noch zu
ermöglichen. Ich bekam kleine Teile auf den Rücken geklebt, die ein Kribbeln
von sich gaben, was sich komisch angefühlt hat. Frauchen ist mit mir auch
ganz oft on tour gewesen, dann hat mir eine andere Frau immer kleine Nadeln
in den Rücken gesteckt. Und zuhause haben wir immer viel Physiotherapie
gemacht. |
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… und ich wuchs weiter und es blieb
dabei, dass ich eher wie ein Hase hüpfte. Es war ein bisschen doof, dass
Fran und Faye immer schneller als ich waren, wenn sie dann aber zufällig an
mir vorbei stürzten, konnte ich sie doch noch packen! Das war ein Spaß, sage
ich euch! Und auch wenn ich langsamer bin: das Hinterherjagen (ob nun
rennend oder hüpfend) bringt dennoch Freude. |
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Irgendwann kam Faye dann in eine neue
Familie, dafür hatte ich aber noch Franny und wir beide durften bei Herrchen
und Frauchen bleiben. So langsam entwickelten wir uns auch zu großen, bösen
Monstern und wir spielten auch immer öfter mit unseren Tanten und Onkeln.
Mein Schwanz war aber weiterhin einfach nur Ballast und irgendwann
entschloss Frauchen dann, dass es besser wäre, wenn er verschwinden würde.
Ein Deerhound mit Bobtail! So ist es auch viel praktischer was diese
seltsamen Hosen angeht, die ich umkriege, wenn ich im Haus bin. |
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Tja und so ist mein
Leben eigentlich bis heute verlaufen. Natürlich habe ich meine Gangart
perfektioniert. Ich kann die besten Vollbremsung vollführen, die die
Windhundwelt je gesehen hat, hänge Frauchen beim Wettrennen locker ab,
spiele gerne mit allem erdenklichen Spielzeug, weise den Rest meines Rudels
gerne mal in die Schranken (habe ich von Mama gelernt, hehe) und liebe es,
in meiner Sandkuhle zu liegen.
Mein Leben ist
einfach toll und ich bin ein total glücklicher Hund. Mittlerweile habe ich
mich auch dran gewöhnt, dass ich vor dem Reingehen erst einmal geduscht
werde. Tja, somit hab ich nicht nur das beste Los gezogen
(Sonderbehandlungen, ihr wisst schon), sondern kann auch stolz behaupten,
abends der sauberste Hund im Haus zu sein. |
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Also, ihr Lieben,
ich hoffe euch hat meine Geschichte gefallen. Ich muss jetzt wieder mit
meinem Rudel um die Wette rennen, was mir sehr gut gelingt. Macht’s gut,
eure Fly! |
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